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RAAM 2026 Tag 2: Heißer Ritt durch den Wilden Westen

RAAM 2026 Tag 2: Heißer Ritt durch den Wilden Westen

Der Niederösterreicher Philipp Kaider kämpfte sich beim knapp 5000km langen Race Across America durch die erste Nacht und den ersten vollen Tag. Hitze, Müdigkeit, der starke Verkehr und auch Übelkeit machten dem 40-Jährigen zu schaffen. Nach 35 Stunden im Sattel gab es jetzt eine erste wohlverdiente kurze Schlafpause.

Aktuell befindet sich Kaider bei Timestation 12 von 54 bei „Mexican Hat” mitten im „Wilden Westen” auf dem Colorado Plateau (Hochwüste auf 1500-2000 Meter über dem Meer), wo er gerade einen planmäßigen kurzen Schlafstopp eingelegt hat.

Davor hatte der Vorjahressieger aber hart zu kämpfen: „Die Müdigkeit hat mir zu schaffen gemacht, deshalb ist die Leistung auch runtergegangen. Die Hitze war ein Wahnsinn! Wir hatten um 2 Uhr in der Nacht noch 34° C. Es war echt sehr unangenehm. Auch Übelkeit kam hinzu. Ich dürfte dort überhitzt sein. Ich bin weiter Rad gefahren. Mehr kann ich eh nicht machen”, so Kaider.

Die Gegend durch das Monument Valley mit ihren endlosen Weiten und großen ikonischen Felsen zählt zu den eindrucksvollsten Landschaften des amerikanischen Südwestens. Kaider und sein Team bekamen davon aber, wie auch schon im Vorjahr, nur wenig zu sehen, da sie größtenteils in der Nacht durchkamen. Dies zeigt aber von einer schnellen Zeit, wie ihm der 6-fache RAAM-Sieger Christoph Strasser mit all seiner Erfahrung im letzten Jahr schon prophezeite. Und er sollte Recht behalten: Mit einem Durchschnitt von über 33 km/h ist Kaider rund 90 Minuten schneller als im Vorjahr unterwegs.

Teamarzt Dr. Karl Gspandl, der ihn erstmals bei einem derartigen Rennen begleitet, zur Fahrt in der Nacht: „Es hat ein paar Durchhänger gegeben. Ich glaube, wir haben Philipp mit Lebensweisheiten, Witzen, Geschichten und Coca Cola aber ganz gut durch die erste Nacht gebracht. Als dann die Sonne aufgegangen ist, ist dann wieder so richtig die Lebenskraft eingeschossen.”

Im Eiltempo ging es danach Meile für Meile Richtung Osten. Unter Tags forderte den Wolkersdorfer dann aber zunehmend der starke Verkehr. Mit dem aerodynamischen Zeitfahrrad war es nicht immer einfach die Spur zu halten. Starker Seitenwind und auch die Sogwirkung der überdimensional großen Trucks auf dem Highway, die knapp an ihm vorbeifuhren, machten ihm mental zu schaffen. Bei über 40 km/h Geschwindigkeit erwies sich zudem die Kommunikation mit dem Team über sein Headset schwierig. Eine kurze vorgeschriebene „Shuttlepassage” in einem engen Tal brachte aber wieder den notwendigen Fokus auf das Rennen.

Von „Mexican Hat” geht es für Kaider nach der Schlafpause jetzt weiter durch Colorado in die Rocky Mountains, wo auf einer Höhe von über 3000m Temperaturen von unter 10° C erwartet werden und die Luft sehr dünn sein wird.

Foto: Joe Ambrosch — © Joe Ambrosch