Es geht in Tag 7 für Philipp Kaider beim Race Across America. Die letzten 1000 der 4938 Kilometer langen Strecke durch die USA sind angebrochen. Der Fußball-WM-Ausrichter zeigt sich für die Radfahrer als sehr gastfreundlich. Fans entlang der Strecke und Wiener Schnitzel für die Crew halten die Stimmung im Team Kaider hoch.
Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die etwas besonders machen. Mittlerweile in Indiana angekommen zeigen sich am Straßenrand immer mehr Fans, die dem Österreicher zujubeln. Eine nette Geste kam von Elisabeth und ihrem Mann Scott. Die gebürtige Niederösterreicherin (Melk) wanderte vor Jahrzehnten aus. Mit ihrem Mann lebt sie direkt an der RAAM-Strecke und hat das Team im Vorfeld über Instagram angeschrieben und zum Essen eingeladen. Wiener Schnitzel und Linzertorte „Made in USA” hebten die Stimmung im Team Kaider sichtlich. „Hilft mir aber nix, ich kann ja nix essen!”, schaute Kaider selbst aber durch die Finger (Anm.: Kaider ernährt sich während dem Rennen flüssig).
Schneller als im Vorjahr
Seit sechseinhalb Tagen radelt er nun schon durch die USA. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,5 km/h (inkl. aller Pausen) ist der Niederösterreicher aktuell einen km/h schneller als bei seinem Sieg im Vorjahr. Die auftretenden gesundheitlichen Beschwerden fasst Teamarzt Dr. Karl Spandl wie folgt zusammen: „So weit ist alles stabil. Es gibt natürlich jetzt nach 140 Stunden im Rennen kleine Probleme. Vor allem, was die Sitzregion betrifft. Wir kontrollieren das aber täglich, tragen Cremes auf, sodass sich keine Infektion in den kleinen Hautrissen bildet. Er kommt mit den Beschwerden ganz gut zurecht.” Auch die Schmerzen im Knie, vor allem nach einer Schlafpause, hat man ganz gut im Griff.
Der Streich
Dass Kaider trotz der enormen Belastung noch über ausreichend mentale Reserven verfügt bewies er mit einer Aktion, die seine Crew kurzzeitig in Alarmbereitschaft versetzte. Gemeinsam mit Crew A inszenierte er einen kleinen Streich.
„Er ist zu einem Stopp gekommen und hat so getan, als wäre er völlig fertig. Wir haben sofort begonnen zu überlegen, was los sein könnte und verschiedene Szenarien durchgespielt. Dann springt er plötzlich auf und sagt, dass er uns nur reingelegt hat”, erzählt Stefan Krejcza von Crew B lachend. Die Antwort der Crew ließ aber nicht lange auf sich warten: „Wir haben ihm versprochen, dass er das irgendwann noch büßen wird.”
Appalachen voraus
Von Indiana geht es jetzt weiter Richtung Ohio und den Appalachen: „Da wird es dann zäh!” erinnert sich Kaider an diesen Abschnitt. Lange und steile Anstiege hoch und runter werden ihm alles abverlangen.
Foto: Joe Ambrosch — © Joe Ambrosch